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Kontraproduktive Umleitungsempfehlung

26. Mai. 2018 12:23

Von: Winfried Mokrus


Rubrik: Kleefeld

Kleefelders Unternehmer sind unzufrieden: Die Landeshauptstadt Hannover empfiehlt wegen der seit Jahren andauernden städtischen Tiefbauarbeiten in der Scheidestraße die weiträumige Umfahrung des Stadtteils. Dabei schließen immer mehr Geschäfte ihre Tore in Kleefeds Herz. Die im Verein "Wir sind Kleefeld" zusammengeschlossenen Unternehmer versuchen mit attraktiven Angeboten und Veranstaltungen ihren Stadtteil Kleefeld vor der Verödung zu bewahren. Die Umfahrungsempfehlung kommt daher zur Unzeit.



Stau in den Abendstunden, aber ist tägliches Umfahren Kleefelds besser?


Eine kleiner Pressetext im Portal der Landeshauptstadt Hannover macht seit dem 3. April 2018 den Stadtteilunternehmern Kleefelds große Sorgen:

"Start des dritten Bauabschnitts in der Scheidestraße
Im Zuge der Straßenbauarbeiten Scheidestraße wird am Dienstag (3. April) mit dem dritten Bauabschnitt - Fahrtrichtung stadtauswärts vom Pferdeturm bis zum Dörriesplatz - begonnen. Der Individualverkehr wird einspurig über ein Provisorium an der Baustelle vorbeigeführt... ( ) ... Ortskundige Verkehrteilnehmer werden gebeten, den Bereich weiträumig zu umfahren."


Oft wiederholt in der Lokalpresse, im Rundfunk und anderen Medien

ruft der Basispressetext zum Umfahren Kleefelds auf. Doch gerade das wünschen sich Kleefelds Geschäftsleute nicht.  "Wir versuchen mit kostenintensiven Aktionen die Kleefelder Bevölkerung an ihre Unternehmensstandorte im Stadtteil zu binden. Ziel ist es, möglichst eine Vollversorgung gerade auch der älter werdenden Generation auf kurzem Wege sicherzustellen", erläutert Marketingkoordinator Winfried Mokrus das Ziel. "Wenn jetzt die Landeshauptstadt Hannover zum Umfahren des Stadtteils aufruft, werden unsere Maßnahmen glatt unterlaufen."

Den Hintergrund zu dieser Kritik ist deutlich an Kleefelds einstiger Renommierstraße, der Scheidestraße, abzulesen. Leerstand reiht sich stellenweise an Leerstand, allein acht Geschäfte im Straßenvieleck der Scheidestraße, der Berckhusenstraße, der Breithauptstraße und der Kirchröder Straße wurden in den letzten Monaten verlassen. Darunter auch die ehemalige Filiale der Deutschen Bank.



Ausdruck der krisierten Pressemitteilung der Landeshauptstadt Hannover im Presseserver.


Während der umfangreichen Tiefbauarbeiten

(Umbau des Kantplatz, Errichtung des Hochbahnsteigs Haltestelle Kantplatz, Erneuerung der östlichen Scheidestraße inkl. Vorarbeiten, Erneuerung des Schienenstrangs von der Stadtbahn zwischen Pferdeturm und Kantplatz und der anschließenden Erneuerung der westlichen östlichen Scheidestraße inkl. Vorarbeiten) sind fast 8 Jahre vergangen. Und die Arbeiten des städtischen Bereichs Tiefbau dauern auf der Scheidestraße noch bis zum Jahresende an: erst Ende Dezember 2018 soll der vierte Bauabschnitt der Scheidestraße zwischen Petrie-Kirche und Post erneuert sein. Vielen Unternehmern ist in der Zwischenzeit die finanzielle Luft ausgegangen, denn die Kunden blieben fort. Zu beschwerlich war der Zuweg für Kunden, komplizierte und sich ändernde Einbahnstraßenregelungen, fehlende Parkplätze. Die Liste der "Kleinen Sargnägel des Unternehmers" sind lang.

Kleefelds Unternehmer schlagen vor,
dass Formulierungen, die Kunden von außerhalb Kleefelds vom Einkaufen abhalten, entschärft werden könnten. "Man kann uns erreichen, wir geben unser Bestes." Das ist die Devise des Unternehmervereins Wir sind Kleefeld e.V..  Der Stadtbezirksrat wurde in seiner Mai-Sitzung über den Sachverhalt informiert. Die Stadtbezirksmänagerin will sich an die Pressestelle der LH Hannover wenden, denn 1/3 der Kleefelder Kunden kommen nun einmal von außerhalb.