Ökumene in Kleefeld

Petrigemeinde

 

Neuer Name: Petri-und-Nikodemus-Kirchengemeinde (Schwerpunkt Petri-Gemeinde)

Wer heute an der Petri-Kirche mit ihrem markanten Turm und dem großen blauen Zifferblatt vorbeikommt, kann sich kaum vorstellen, aus welch kleinen Anfängen Kleefeld und seine Gemeinde sich in den letzten ca. 150 Jahren entwickelt haben. 1873 wurde in Kleefeld eine Kapelle gebaut. Der Name "Kapellenstraße" erinnert noch daran. Erst seit 1883 ist die Petrigemeinde eine eigenständige Gemeinde, bis dahin gehörte sie zur Gartenkirche in der Marienstraße.

1872 wurde eine "Warteschule" gegründet und schon wenige Jahre später eigens dafür ein Haus in der Kapellenstraße 7 errichtet. Es ist die heutige Kindertagesstätte, in der 80 Kinder im Alter von 3-10 Jahren betreut werden. Um die Jahrhundertwende entstand allmählich das "Philosophenviertel".

Für die Petrikirche wurde am 19. Juni 1899 der Grundstein gelegt. Ein Entwurf in frühgotischen Formen von Baurat Eberhard Hillebrand. Stadtdirektor Tramm stellte ein Grundstück zur Verfügung mit der Auflage, den Bau in Sandstein auszuführen. Der erste Gottesdienst darin wurde am 11. Mai 1902 gefeiert. 1927 mußte die alte Kapelle dem Gemeindehaus Hölderlinstraße 1 weichen.

Das Gemeindhaus wurde 2007 an die "Werkstatt Süd" vermietet. Im ursprünglichen Pfarrhaus Hölderlinstraße 3 ist jetzt ein Jugendzentrum untergebracht. Während des Krieges wurden in Kleefeld einige Gebäude zerstört. Die Kirche brannte in der Nacht vom 8. auf den 9. Oktober 1943 durch Brandbomben aus.

1953 erfolgte der Wiederaufbau der Kirche nach Plänen von Prof. Uvo Hölscher. Der Innenraum wird völlig verändert: Seitenemporen und Gewölbe werden beseitigt, einige Fenster werden zugemauert, zwei neue Säulen und ein hölzernes Tonnengewölbe errichtet. Die Bauleitung übernahm der Architekt Fritz Becker. Am 3.10.1953 erfolgte die Wiedereinweihung mit Landesbischof Hanns Lilje, erst 1957 endete der Bau einer neuen Orgel von der Fa. Hillebrand.

Ab 1962 Wiederaufbau des Turmes nach Plänen des Architekten Fritz Becker .Fertigstellung des Turmes 30.6.1963, in der noch heute bestehenden Form. 19.04.1993 Grundsteinlegung des Anbaus an der Petrikirche.Architekten: Bahlo, Köhnke und Stoßberg. Am 28.11.1993 Einweihung des Anbaus. Diese Räume, unmittelbar neben der Kirche, bieten viele Möglichkeiten für die unterschiedlichsten Gemeindeaktivitäten.

Am 2. Oktober 2011 kam dann die Zusammenlegung der beiden evanglisch-lutherischen Gemeinden Nikodemus aus dem Heideviertel und Petri aus Kleefeld unter dem neuen Namen Petri-und-Nikodemus-Gemeinde. Nach mehrjähriger Vorbereitung wurde der von Skepsis begleitete Fusionsvertrag von den ingesamt 24 Kirchenvorstehern unterzeichnet. Der Zusammenschluß kam unter dem finanziellen Druck harter Sparauflagen, die auch den gesamten hannoverschen Stadtkirchenverband treffen, zusammen. Die neue Gemeinde hat 6.600 Mitglieder und wird sowohl die Petrikirche am Dörriesplatz als auch die Nikodemuskirche am Lüneburger Damm weiter nutzen.

St. Antonius

Die bis zum September 2010 eigenständige franziskanische Gemeinde St. Antonius in Hannover Kleefeld bot ca. zweitausend Gläubigen eine Heimat. Seit dem 1. September 2010 ist der Kirchort Teil der Kirchengemeinde St. Martin, Hannover-Ost mit Sitz in Hannover-Roderbruch.

Die Ordensgemeinschaft der Franziskaner, die im Kloster St. Antonius seit fast 80 Jahren einen wichtigen Standort in der Großstadt Hannover hatte, und diesen zum 1. September 2010 verliess, hat wichtige Spuren und Erinnerungen hinterlassen und gab dem Kirchort ein dauerhaftes besonderes Profil.

Auch nach dem Weggang der Franziskaner bietet der Kirchort vielfältige Gottesdienste und Musikveranstaltungen in der Kirche und im Garten des Sonnengesangs und beherbergt unterschiedlichste Gemeindegruppen. Weiterhin ist am Kirchort der eingruppige Kindergarten St. Antonius untergebracht.

Nikodemusgemeinde

 

Neuer Name: Petri-und-Nikodemus-Kirchengemeinde (Schwerpunkt Nikodemus-Gemeinde)

 

Im Oktober 1961 wurde der Grundstein für ein neues Gemeindezentrum in der Heidesiedlung gelegt. Bereits im Januar 1962 fand das Richtfest statt und im Oktober konnte der Gottesdienstraum durch Landessuperintendent Klügel eingeweiht werden. Die Geschichte der Nikodemus-Gemeinde nahm damit zwar ihren offiziellen Anfang - aber wie so oft gibt es dazu auch noch eine Vorgeschichte, und die ist eng mit der Stadtteilgeschichte der Heidesiedlung verbunden.

Bereits Ende der 50er Jahre wurde hier kräftig gebaut, junge meist kinderreiche Familien zogen in den Stadtteil, der kirchengemeindlich zur Petri-Kirche gehörte. Schon 1955 wurde dort eine 3. Pfarrstelle errichtet und auf diese Pastor Klaus Eberhard Sander berufen, dessen Hauptaufgabe nun in der seelsorgerlichen Betreuung der Heidesiedlung lag. Unterstützt wurde er damals durch den jungen Vikar Horst Hirschler. Spontaneität und Improvisieren waren in dieser Zeit besonders gefragt - in der Heidesiedlung gab es ja noch keine Räumlichkeiten, wo man hätte zusammenkommen können. Konfirmandenunterricht wurde in einer kleinen Pfarrwohnung oder sogar bei Konfirmandeneltern abgehalten. Jugendkreise fanden in einer leer stehenden Garage statt, es gab Haus- und Gesprächskreise. Insgesamt entwickelte sich unter diesen Umständen ein sehr intensives Zusammengehörigkeitsgefühl in dieser jungen Stadtteilgemeinde, welches den Boden für eine Verselbständigung bereitete. Bei anhaltendem Bau-Boom war dies letztlich auch keine Frage, zählte doch die Petri-Gemeinde in diesen Jahren etwa 23.000 Gemeindeglieder bei nur drei Pfarrstellen.

Unsere Wurzeln reichen noch darüber hinaus: Die Urahne ist die Aegidienkirche - erbaut 1347 - bzw. ihre Vorläuferin aus dem Jahre 1241. Mit der Ausbreitung des Stadtgebietes in östlicher Richtung entstand 1747 die Gartenkirche an der Marienstraße, die 1886 durch die jetzt bestehende Kirche ersetzt worden ist. In der Folgezeit wurde 1873 eine Kapelle in Kleefeld errichtet und 1883 die Petri-Gemeinde gegründet.

Für sie wurde 1902 die Petrikirche gebaut. Unsere Nikodemus-Gemeinde wurde 1962 aus der Petri-Gemeinde ausgegliedert. Mit dem Bau des Gemeindezentrums auf Grundbesitz der Aegidienkirche, die dieses Land unserer Gemeinde schenkte, hat sich der Kreis geschlossen. (s. Skizze von Jörg Hartmann, einem ehemaligen aktiven Gemeindemitglied). Bis 1958 war Pastor Sander bei uns tätig, er wurde dann von Pastor Claus Nutzhorn abgelöst, der das Amt 1962 an Pastor Dr. Martin Storch weitergab. Dieser prägte bis zu seinem Ruhestand 1974 das Gemeindeleben; Nachfolger wurde Pastor Hans Joachim Quantz, der im Herbst 2000 in den Ruhestand ging. 1973 - 1997 ergänzte Pastor Eberhard Chappuzeau das Team im Pfarramt, er war mit einer halben Stelle in der Gemeinde eingebunden und zur anderen Hälfte als Schulpastor in der IGS Roderbruch tätig. Seit 1964 ist die Diakonin Christa Poppe in der Gemeinde, ihr Schwerpunkt lag besonders in der Kinder- und Jugendarbeit. Im Frühjahr 2001 wurde sie nach 37 Jahren in den Ruhestand verabschiedet. Seitdem steht sie der Gemeinde ehrenamtlich zur Verfügung.

1997 wurde die zweite Pfarrstelle der Nikodemus-Gemeinde aufgehoben. In Kooperation mit der Petri-Gemeinde ist Pastor Christoph Kampermann in beiden Gemeinden tätig, und zwar 1/3 für Nikodemus und 2/3 für die Petrikirche. Außerdem gehört zur Gemeinde noch der 1969 erbaute Kindergarten. Durch die Umgestaltung der Außenanlage (1998) und wachsenden Bedürfnissen angepasst werden. Mit dem Bau des zweiten Pfarrhauses 1979 zeichnete sich immer deutlicher ab, dass der "Gemeindesaal", der zum Gottesdienstraum geworden war, zu klein wurde. Auf den ursprünglichen Plan, eine "richtige" Kirche auf die große Rasenfläche vor dem Gemeindehaus zu bauen, wurde nach langer Überlegung im Kirchenvorstand verzichtet. Statt dessen wurde zur Verbesserung der räumlichen Verhältnisse der Gemeindesaal vergrößert und dabei über dem Konfirmandenraum noch ein weiterer Gruppenraum gewonnen. Während der Bauphase fanden die Gottesdienste in einem großen Zelt auf dem Rasen vor dem Gemeindehaus statt. Am 1. Advent 1988 wurde der erweiterte sowie optisch und akustisch sehr verbesserte Gottesdienstraum von Landesbischof Horst Hirschler eingeweiht.

Am 2. Oktober 2011 kam dann die Zusammenlegung der beiden evanglisch-lutherischen Gemeinden Nikodemus aus dem Heideviertel und Petri aus Kleefeld unter dem neuen Namen Petri-und-Nikodemus-Gemeinde. Nach mehrjähriger Vorbereitung wurde der von Skepsis begleitete Fusionsvertrag von den ingesamt 24 Kirchenvorstehern unterzeichnet. Der Zusammenschluß kam unter dem finanziellen Druck harter Sparauflagen, die auch den gesamten hannoverschen Stadtkirchenverband treffen, zusammen. Die neue Gemeinde hat 6.600 Mitglieder und wird sowohl die Petrikirche am Dörriesplatz als auch die Nikodemuskirche am Lüneburger Damm weiter nutzen.

Stephansstift

Das Stephansstift verdankt seine Entstehung dem 1865 gegründeten "Evangelischen Verein zu Hannover". Unterstützt wurde der Verein dabei von Gerhard Uhlhorn (1826-1901), der später als Abt zu Loccum oberster Geistlicher der Landeskirche war.

Zentraler Ort des Gemeindelebens ist die 1893-95 erbaute Stiftskirche, in der regelmäßig Gottesdienste gefeiert werden. Wegen ihrer hervorragenden Akustik wird die Kirche gerne für Orgelkonzerte und andere musikalische Veranstaltungen genutzt.

Die Chorfenster über dem Altar verdeutlichen den diakonischen Auftrag des Stephansstiftes: Ein Fenster zeigt den barmherzigen Samariter und seine Helfer (Lukas 10), ein anderes die Steinigung des Stephanus (Apostelgeschichte 7), der von den Aposteln als Armenpfleger eingesetzt wurde und deshalb als erster Diakon gilt.